Wasser sparen für spürbar mehr Geld in der Tasche

Letzte Aktualisierung am 5. Juni 2019

Wasser sparen haben viele nicht auf der Uhr. Dabei entstehen beim Wasser sogar doppelt Kosten: Durch den Wasserverbrauch an sich, und auch durch das sogar deutlich teurere Abwasser. Insgesamt sind die Kosten fast vergleichbar mit denen für Strom. Und das, obwohl viel weniger Verbraucher Wasser nutzen als Strom. Um Wasser zu sparen brauchen wir also an deutlich weniger Schrauben zu drehen.

Die Spartaste nutzen

Wer hätte das gedacht? Der größte Wasserverbraucher ist nicht die Waschmaschine oder Badewanne, sondern die Toilette. Deshalb sollten wir uns diese als erstes ansehen.

In einem früheren Beitrag habe ich den Wasserverbrauch der Toilettenspülung schon einmal durchgerechnet. In dem Beispiel bin ich von einer vierköpfigen Familie ausgegangen, von denen jeder zehn mal am Tag auf die Toilette geht. Bei einem klassischen Spülkasten bedeutet das einen Verbrauch von 131.400 Liter pro Jahr:

  • 9 Liter je Spülgang
  • Zehn Spülungen ergeben 90 Liter pro Tag und Person
  • Vier Personen bedeuten 360 Liter pro Tag
  • Und das sind im Jahr 131.400 Liter (131,4 m³)

Inklusive Abwasser kostet ein Kubikmeter Wasser ungefähr vier Euro. In diesem Beispiel werden demnach jährlich 525 Euro die Toilette herunter gespült.

Wenn man einen Sparspülkasten besitzt sind es schon nur noch sechs Liter je Spülgang. So kommt man schon auf nur 350 Euro. Um aber richtig zu sparen muss man nur die Spartaste drücken. Damit wird der Spülgang auf bis zu drei Liter reduziert. Das bedeutet konkret, dass für die Toilettenspülung nur noch 175 Euro aufgebracht werden müssen. So geht Wasser sparen. Aber was macht man nur mit den eingesparten 350 Euro?

Wäsche richtig waschen und Wasser sparen

Als ich mich das erste mal mit dem Wasserverbrauch von Waschmaschinen beschäftigt hatte, war ich über die enormen Werte erschrocken. Je nach Alter kann eine Waschmaschine bis zu 180 Liter verbrauchen. Wasser sparen bedeutet beim Waschen also vor allem Waschgänge zu vermeiden. Aber wie soll das gehen? Man will ja auch nicht in dreckiger Wäsche rum laufen.

In erster Linie hat das jetzt etwas mit Planung zu tun. Denn voll beladene Maschinen schaffen mehr Wäsche auf einmal und müssen daher seltener laufen. Außerdem ist die Effizienz noch höher, als würde sich nur ein Pullover darin befinden. Die optimale Füllmenge gilt dabei für Koch- und Buntwäsche. Wer sich nicht mit dem Wäschekorb auf die Wage stellen will, macht die Trommel einfach (fast) voll. Trommelgröße und maximale Wäschemenge sind aufeinander abgestimmt. Bei Schonwaschgängen kann es hilfreich sein, die Menge etwas zu reduzieren.

Aber auch das Waschprogramm hat Einfluss auf den Wasserverbrauch. Alleine die Verwendung des Energielabel-Standardprogramm einer AEG +++ Maschine kann den Wasserverbrauch von 90 Liter auf 55 Liter verringern. Auch die Pflegeleicht und Wollprogramme scheinen in diesem Beispiel nicht schlecht abzuschneiden. Jedoch sind diese Programme für deutlich niedrigere Füllmengen ausgelegt.

Drehschalter zur Einstellung des Waschprogrammes.
Wasser sparen heißt auch, dass richtige Waschprogramm zu wählen. Das effizienteste zu finden, ist nicht einfach.

Wasser sparen auch beim Spülen

Was für die Waschmaschine gilt, gilt auch für die Spülmaschine. Auch diese sollte immer voll beladen und im richtigen Programm laufen. Laut einer Studie von Professor Dr. Rainer Stamminger an der Universität Bonn werden überall in Europa andere Fehler beim Spülen gemacht. Obwohl wir deutschen im europäischen Vergleich gar nicht schlecht abschließen, werden vor allem zwei Fehler immer wieder gemacht.

  1. Die Körbe werden nicht richtig befüllt. So gehen Kapazitäten verloren, die hochgerechnet jeden zehnten Spülgang einsparen könnten. Eine optimale Befüllung könnte so also bis zu 10% Wasser sparen.
  2. Stattdessen werden viele Dinge nicht in die Spülmaschine gegeben sondern unter fließendem Wasser abgewaschen.

Ich muss gestehen, dass kenne ich. Die Große Schüssel die so viel Platz in der Spülmaschine wegnimmt brauche ich eh gleich wieder. Also schnell von Hand abspülen. Hier mein Tipp: Nicht alles einzeln unter fließendem Waser abspülen sondern die größte Schüssel als Spülschüssel nutzen und darin kleinere Schüsseln, Kellen und Schneebesen abwaschen.

Duschen vs. Baden

Wie viel Wasser ein Vollbad benötigt steht relativ fest. Je nach Wanne und persönlichen Vorlieben werden dafür zwischen 120 und 200 Liter Wasser benötigt. Was nicht klar ist, ist die Wassermenge, die man zum Duschen braucht. Hier hat sich in den letzten Jahren nämlich einiges geändert. Eine klassische Duscharmatur braucht deutlich mehr Wasser als moderne Spar-Duschköpfe. Außerdem ist die Duschdauer entscheidend.

Mit einem “normalen” Duschköpf verbraucht man etwa 18 Liter Wasser in der Minute und hätte seine Wanne in nicht einmal sieben Minuten voll geduscht. Mit modernen Armaturen braucht man dann je nach Qualität nur noch sechs bis neun Liter in der Minute. Im besten Fall also nur ein Drittel, im schlechtesten Fall immer noch nur die Hälfte. In diesem Fall dauert es dann noch 20 Minuten, bis sich das Vollbad wieder rechnet.

Ob die Wanne oder die Dusche günstiger ist, ist also von Fall zu Fall unterschiedlich. Da ich aber davon ausgehe, dass mittlerweile in jedem Haushalt über mehr oder weniger sparsame Duschköpfe geduscht wird, wird sich die Dusche wohl bis etwa 15 Minuten Duschdauer lohnen. Wer länger braucht, sollte baden gehen.

Junge Frau in Badewanne
Baden oder Duschen? Oft nur eine Typfrage.

Wer zum Wasser sparen überlegt ob er lieber duschen oder baden sollte, muss also genau aufpassen. Ein paar Rechenbeispiele gib es auf Sparhaushalt. Und eine Idee wie man die Kinder beschäftigen kann.

Die A+++ Geräte

Wie alles von der EU eingeführte waren auch die Effizienzklassen damals gut gemeint. Die Geräte haben sich aber so schnell entwickelt, dass wir heute eigentlich nur noch Geräte mit A+ oder besser auf dem Markt haben. Das ist allerdings stark abhängig vom Gerätetyp. Während ein normaler Kühlschrank mit A schon gar nicht mehr zugelassen ist, kann man immer noch Weinkühlschränke mit der Klasse G bekommen.

Die größten Sparpotentiale liegen hier aber eh beim Strom. Hinsichtlich des Wasserverbrauchs müssen wir ja nur Wasch- und Spülmaschinen betrachten. In dem Beispiel weiter oben kann man gut erkennen, dass eine neue Waschmaschine den Wasserverbrauch stark reduzieren kann. Aber auch hier ist Vorsicht geboten: Um das Sparpotential voll auszuschöpfen müssen die Referenzprogramme genutzt werden. Wer nur Feinwäsche wäscht, hat verloren.

In den meisten Fällen wird es sich aber auf keinen Fall lohnen ein bestehendes Gerät durch ein neues zu ersetzten. Außer das Alte ist 30 Jahre alt. Geht ein Gerät kaputt sollte man hingegen eine Neuanschaffung nicht scheuen. In der Regel lohnt sich keine Reparatur. Beim Neukauf sollte man aber neben der Effizienzklasse auch mal absolute Werte vergleichen. Und ob sich die beste Klasse gegenüber der zweitbesten Klasse rechnet lasse ich auch mal im Raum stehen.

Wo man also wirklich Wasser spart

Das sind doch schon einige Verbraucher mehr als man denkt. Auch ist es erstaunlich, wie viel Wasser tatsächlich benötigt wird. Pauschal würde ich sagen, dass die Toilettenspülung und die Waschmaschine die größten Wasserverbraucher im Haushalt sind. Und da steckt auch das größte Sparpotential. Wer Wasser sparen möchte, macht sich am besten mal zu jedem Verbraucher seine Gedanken und versucht den tatsächlichen Verbrauch zu ermitteln. Mit der erschreckenden Erkenntnis über die Verbräuche wächst dann auch die Achtsamkeit im Umgang mit Wasser.

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