Strom sparen mit simplen Tricks

Letzte Aktualisierung am 7. Oktober 2019

Strom sparen gehört zu den Pflichtaufgaben wenn man Geld sparen möchte. Ein gut organisierter Stromverbrauch sorgt im ersten Jahr für eine satte Rückzahlung vom Stromanbieter. Im zweiten Jahr kann man dann schon mit gutem Gewissen die niedrigen Abschlagszahlungen nutzen. Aber wo kann man in Zeiten von LED und A+++ überhaupt noch Strom sparen? Das Potential ist größer als man glaubt!

Strom sparen beim Kochen

Licht, Waschen, Stand-by-Modus. Das sind die Dinge an die wir beim Strom denken. Wer denkt denn bitte an Kochen? Dabei ist das ein wichtiger Punkt. Schließlich essen wir ja nicht das teure Essen “to go” sondern kochen jeden Tag selber. Dafür brauchen wir dann aber auch viel Strom. Ein Kochfeld einer Ceran Platte hat immerhin zwischen 1.200 und 1.800 Watt.

Der Herd ist daher ein sehr großer Verbraucher, der ganz oft unterschätzt wird. Damit richtig umzugehen um effektiv Strom zu sparen bedarf etwas Fingerspitzengefühl. Wer bislang nur binär, also “An” oder “Aus”, gekocht hat, wird am Anfang seine Schwierigkeiten haben. Aber genau so dürfen wir nicht mehr kochen.

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Die volle Leistung brauchen wir um etwas aufzuheizen. Pfannen, Töpfe oder auch Wasser. Einige Lebensmittel müssen “scharf” angebraten werden. In diesem Fall bleibt die Kochplatte noch eine gewisse Zeit auf höchster Stufe. Aber auch bei diesen Lebensmitteln kommt irgendwann der Zeitpunkt, an dem herunter gedreht werden muss. Zum Braten reicht etwa dreiviertel der Leistung, zum Kochen sogar nur die halbe Leistung.

Wer nicht auf Gas, sondern elektrisch kocht, kann noch die Restwärme der Platte nutzen. Das ist vor allem bei Nudeln oder Kartoffeln ganz einfach. Zwei bis drei Minuten vor Ende der Garzeit die Platte komplett aus und einen Deckel auf den Topf. Die Restwärme hält das Wasser weiter am kochen. Ohne Stromverbrauch.

Kann man beim Licht noch Strom sparen?

Früher war es die Standard Maßnahme um Strom zu sparen: Licht aus! Ich habe es von meinen Eltern gehört und meine Kinder hören es von mir. Früher hatte eine klassische Glühbirne aber auch noch 60 Watt. Und davon war nicht nur eine in jedem Zimmer verbaut. Ich habe heute teilweise Räume, die von nur einer sieben Watt starken LED beleuchtet werden. Da geht es beim Licht ausschalten nur noch ums Prinzip. Oder um die letzten sparbaren Centbeträge. Wenn das bei euch noch nicht so ist, wes wird höchste Zeit.

Strom sparen: Glühbirne zieht sich selbst den Stecker raus.
Verbraucher gehören auf den Prüfstand. Oft gibt es nur ein Ergebnis: Stecker ziehen!

Auf was man beim Waschen achten sollte

Einige Verbraucher haben wir in unserem Haushalt, die ganz versteckt Strom verbrauchen. Licht, Computer oder Fernsehgeräte sehen wir während sie Strom verbrauchen. Aber schon mal über den verbrauch einer Waschmaschine nachgedacht? Während viele Tipps vor allem von kleinen und Single Hauhalten genutzt werden können, kommt hier das große Potential für Großfamilien.

Große Familien haben die Möglichkeit die Waschmaschine zu füllen. Wenn 7 kg drauf steht gehen auch 7 kg rein. Ich weiß, wie viel das genau ist, ist schwer abzuschätzen Die Trommelgröße ist aber schon gut auf die Menge abgestimmt. Um die Waschmaschine zu überladen muss man schon stopfen. Also voll machen.

Auch kein Kindermärchen ist die Geschichte um den Eco-Modus. Heute sollte jede Waschmaschine eine Funktion haben um Ressourcen sparend zu waschen. Die einen haben spezielle Eco-Programme. Die anderen könne zu jedem Programm eine Eco-Funktion dazu wählen. Das sollte man tuen, denn nur im Eco-Modus werden die Werte des Energielabels eingehalten. In anderen Programmen wird deutlich mehr verbraucht. Bei einem AEG A+++ Testgerät verbraucht das nicht ECO-Programm sogar fast das dreifache.

Meist ist die Laufzeit dieser Programme etwas länger als im Standard Programm. Sind es nur ein paar Minuten sollte euch das egal sein. Bei deutlich längeren Laufzeiten könnt ihr die Waschgänge entsprechend planen. Lange Waschgänge abends vorbereiten und über die Timer Funktion früh morgens starten. Dann ist die erste Wäsche schon vor dem Frühstück fertig.

Auch beim Spülen kann man Strom sparen

Warmes Wasser für das Handspülbecken wird in der Regel über die Heizungsanlage aufgeheizt. Hier haben wir daher kein Potential Strom zu sparen. Anders sieht es aus, wenn man auf einen elektrischen Boiler oder Durchlauferhitzer angewiesen ist. Oder eine Spülmaschine zur Verfügung hat.

Die meisten Haushalte verfügen über eine Spülmaschine. Wenn das so ist, sollte man diese auch nutzen. Für alles nutzen. Eine voll beladene Spülmaschine benötigt weniger Wasser und Wärmeenergie als wenn man die gleiche Menge von Hand spülen würde. Aber auch das gilt wieder nur bei einer vollen Spülmaschine. Deshalb gelten beim Spülen grundsätzlich zwei Regeln:

  1. Spülmaschine voll beladen. So ist die Effizienz am größten.
  2. Nichts mehr von Hand spülen. Die Spülmaschine läuft doch eh.

Interessant wird es für kleinere Haushalte bei denen es etwas dauert bis eine komplette Spülladung voll ist. Speziell für die soll erwähnt sein, Schüsseln und Pfannen könne auch in die Spülmaschine.

Was unsere ganzen Multimedia-Geräte brauchen

Fernsehgeräte, Router und Co. Diese Geräte haben irgendwie alle auf dem Kieker. Grund dafür ist der ach so schlimme Standby-Modus. Im Internet kursieren die Empfehlungen, eine Steckdosenleiste mit Schalter zu verwenden. Und nachts alles vom Strom abzuklemmen. In diesen Steckdosenleisten brennt dann meist noch eine zusätzliche Lampe.

Ich selber mache diesen Zauber nicht mit. Klar verbrauchen meine Geräte im Standby-Modus mal hier zwei Watt und da vielleicht auch mal fünf. Und in Summe wird sicherlich auch einiges zusammen kommen. Aber kann ich meinen Router oder mein Telefon wirklich vom Strom trennen? Nein. Denn hier ist der Name “Standby” Programm. Diese Geräte stehen in ständiger Bereitschaft. Und das müssen sie auch. Anders ist es bei Fernsehgeräten und Blu-Ray Playern. Die müssen zwar nicht immer bereit stehen, ich finde es aber Charmant, dass meine Einstellungen wie Senderlisten gespeichert sind.

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Schlussendlich bleibt da noch die Frage nach dem Netzteil das bei jedem Einschaltern der Steckdosenleiste eine Spannungsspitze überträgt. In wie weit das für die Lebenserwartung der Geräte von Bedeutung ist kann ich nur bedingt beurteilen. Ich will es aber auch nicht riskieren.

Ein großer Faktor sind Kühlgeräte

Weiter oben hatte ich beschrieben, wie viel Strom von Kochgeräten verbraucht wird. Aber nicht nur um etwas zu erhitzen wird viel Energie benötigt, sondern auch zum Abkühlen. Kühl- und Gefrierschränke sind daher ebenfalls starke Verbraucher. Wer Strom sparen möchte, sollte sich auch diese Geräte ansehen.

Kühlschränke verlieren die meiste Kälte beim Öffnen. Deshalb sollte es obligatorisch sein, Kühlschränke nur zu öffnen, nachdem man sich überlegt hat was man heraus nehmen möchte. Hat man das Teil der Begierde gefunden und herausgenommen sollte der Kühlschrank dann auch wieder zügig geschlossen werden. Und wenn der Kühlschrank aufgeräumt ist, geht das noch schneller als bei chaotischer Lagerhaltung. Ist klar, oder?

Stellt man sich vor, dass bei jedem Öffnen kalte Luft wie Wasser aus dem Kühlschrank auf unsere Füße fließt, wird auch schnell klar, dass der Verlust nur durch die Luft entsteht. Je weniger Luft sich im Kühlschrank befindet, desto mehr Strom kann man hier sparen. Wie Wasch- und Spülmaschinen sollten auch Kühlschränke und Gefrierschränke deshalb möglichst gut gefüllt sein. Sind sie das nicht, kann man zum Beispiel mit Büchern nachhelfen.

Ein Thermometer im Kühlschrank hilft übrigens auch über den Jahresverlauf hinweg immer die richtige Einstellung zu finden.

Messgeräte nutzen und Verschwender finden

Pauschal Geräte die sich im Standby-Modus befinden abzuschalten finde ich ja nicht gut. Vielleicht gibt es aber das eine oder andere Gerät, bei dem es sich doch lohnt. Ein Gerät auf dem keine Einstellungen gespeichert sind und das ihr alle Jubeljahre mal benutzt. Egal wenn der Standby-Verbrauch bei ein oder zwei Watt liegt. Sind es mehr, sieht die Sache schon anders aus.

Solche Geräte müsst ihr aber erstmal finden. Dazu bietet der Handel mittlerweile viele Strom-Messgeräte mit denen man den Verbrauch messen kann. Diese Geräte werden mit and er Steckdose angeschlossen und zeigen dann an wie viel Watt gerade verbraucht werden. je nach Messgerät kann auch eine Hochrechnung auf einen bestimmten Zeitraum oder sogar konkrete Kosten angezeigt werden.

Strom sparen durch Messgeräte.
Messgeräte helfen heimliche Verbraucher zu finden und so beim Strom bares Geld zu sparen.

Bei einem konkreten Verdacht kann man diesem direkt nachgehen. Hat man diesen nicht, bietet es sich an zuerst den Gesamtverbrauch von Mehrfachsteckdosen zu untersuchen. Scheint dieser zu hoch, werden die einzelnen Verbraucher unter die Lupe genommen. So kann man sich schonmal einige Geräte sparen. Interessant ist es auch mal einen längeren Zeitraum zu analysieren.

Strom sparen mit Wasser- und Eierkocher

Wenn ein Ei drei Minuten dauert, wie lange dauern dann zehn Eier? Spaß beiseite. Die Frage müsste lauten: Wie viel Wasser brauche ich für zehn Eier? Und zwar im Topf oder im Eierkocher. Egal wie viele Eier man kochen möchte, im Eierkocher benötigt man immer deutlich weniger Wasser als im Topf. Dieses bisschen Wasser wird im Eierkocher auch noch viel effizienter erhitzt als im Topf auf der Herdplatte mit seinem hohen Wärmeverlust. Also, ob ein Ei oder zehn Eier. Eier kochen immer im Eierkocher.

Gleiche Rechnung gilt natürlich auch für Wasserkocher.

Was bringen A+++ Geräte wirklich

Grundsätzlich ist es beim Neukauf eines Gerätes empfehlenswert den Energieverbrauch im Auge zu behalten. Helfen tut uns dabei das Energielabel mit den Effizienzklassen G bis A+++. Das ist nur lange nicht einheitlich. Die Einstufung kommt nämlich immer durch den Vergleich mit einem fiktiven Vergleichsgerät zustande. Hat ein ähnliches Model ein anderes Vergleichsgerät ist die Effizienzklasse schon nicht mehr vergleichbar. Verwirrend ist auch, dass viele Klasse gar nicht mehr zugelassen sind. Wer denkt mit der Effizienzklasse A+ einen Top Geschirrspüler kauft, der irrt. Denn das ist die Mindestanforderung an diese Geräte.

Hinzukommt der höhere Anschaffungspreis für effizientere Geräte denen nur eine geringe Energieeinsparung gegenüber steht. So kann zum Beispiel ein Geschirrspüler der Klasse A+ jährlich 290 kWh verbrauchen. Ein vergleichbares Gerät der Klasse A+++ vielleicht 230 kWh. Bei einem Strompreis von 0,25 €/kWh ist das ein Ersparnis von 15 Euro pro Jahr. Ist das bessere Gerät 150 Euro teurer dauert es also zehn Jahre bis sich der Mehrpreis gelohnt hat.

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Strom sparen ist mit diesen Geräten also zwar möglich, die Frage ist ob es sich lohnt. Klar ist natürlich auch, dass der Mehrpreis schneller drin ist wenn das Gerät häufiger genutzt wird. Im ECO-Modus natürlich!

Die 80/20-Regel

Wie bei vielen anderen Dingen auch gilt beim Strom sparen die 80/20-Regel. Klar kann ich mich auf jeden jedes einzelne Standby-Gerät stürzen um am Ende mit sehr viel Arbeit 20% meines Verbrauches optimiert zu haben. Aber schöner wäre es doch anders herum. Nutzt Messgeräte um zu erkennen wie viel die einzelnen Geräte tatsächlich verbrauchen. Stürzt euch auf die 20% der größten Verbraucher. und optimiert so 80% eures Verbrauches.

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