Kontoführungsgebühr sparen mit kostenfreiem Girokonto

Letzte Aktualisierung am 5. Oktober 2019

Bis zum Abschluss meiner Ausbildung hatte ich ein Jugendkonto ohne Kontoführungsgebühr. Kaum habe ich eigenes Geld verdient wollte mein Bankberater mich sprechen. Mir war sofort klar, er will was ab haben. Und so war es auch. Keine Kostenlose Alternative. Nur ein günstiger “Tarif” für etwa fünf Euro, bei dem aber alle Überweisungen etc. extra gekostet hätten, oder das rundum sorglos Paket für knapp zehn Euro. Als dann meine TAN-Liste ungültig wurde, und ich für jede SMS-TAN 30 Cent bezahlen sollte, habe ich dieser Bank mal den Rücken gekehrt.

Kontoführungsgebühr als laufende Fixkosten

Fest steht, Kontoführungsgebühren sind unbeeinflussbare Fixkosten. Ich bekomme nichts dafür, und ich habe auch keinen Einfluss darauf. Erhebt eine Bank eine Kontoführungsgebühr, ist das Geld Monat für Monat weg. Egal wie viel Geld auf dem Konto liegt oder wie viele Überweisungen in getätigt habe.

Damit handelt es sich um Geld, dass wir nicht selber ausgeben können. Wenn ich Geld übrig habe, kann ich mir etwas davon kaufen. Habe ich kein Geld übrig, kann ich es nicht kaufen. Die Kontoführungsgebühr müssen wir aber jeden Monat bezahlen. Ob wir wollen oder nicht. Ob wir das Geld haben oder nicht.

Wir können aber einmalig eine Entscheidung treffen, und zu einer Bank wechseln, die keine Kontoführungsgebühr erhebt. Und das sind gar nicht so wenig. Eigentlich bieten die meisten Banken kostenfreie Girokonten an. Also warum bezahlen wir noch Kontoführungsgebühren? Sind wir zu faul zum Vergleichen? Oder zu faul zum wechseln? Auch das ist keine Ausrede! Sogar ich biete auf diesem Blog einen Girokontenvergleich an, in dem die meisten Banken keine Kontoführungsgebühren erheben.

Filialbanken und Direktbanken

Während Filialbanken oft ein dichtes Netz an Filialen unterhalten müssen, reicht einer Direktbank schon ein einziger Hauptsitz an dem alle Aktivitäten gebündelt bearbeitet werden. Das spart natürlich unheimlich Ressourcen. Deshalb war es in den Anfängen so, dass vor allem die Direktbanken Girokonten ohne Kontoführungsgebühr anbieten konnten. Das Argument für die damals noch teurer Filialbank war die Erreichbarkeit. Man kann halt überall an jeder Sparkasse (meist) kostenlos Geld abheben.

Diese Argumente ziehen aber schon lange nicht mehr. Immer mehr Filialen werden geschlossen. Im Gegenzug kann man, durch Kooperationen mit anderen Banken, auch als Kunde einer Direktbank fast überall kostenlos Geld abheben. Oft an einem engmaschigerem Netz aus Geldautomaten als die Kunden von Filialbanken. Aber auch die Filialbanken haben erkannt, dass wir als Kunde nicht für jede Kleinigkeit in die Filiale kommen wollen und bieten daher auch online-Konten an. Der Grund, weshalb die Filialen nicht mehr gebraucht werden.

Geldautomat auf einer großen, leeren Wand.
Ob die Bargeldbeschaffung auch an diesem einsamen Geldautomaten kostenlos ist erfahrt ihr im Preis- und Leistungsverzeichnis der Bank. Eine Kontoführungsgebühr muss auch in diesem Fall nicht sein.

Ob Filialbank oder Direktbank. Für mich ist es nur noch eine Frage der Zeit bis sich beide Modelle an unsere Wünsche angepasst haben. Dann wird es kaum noch einen Unterschied geben.

Kosten eines Kontos

Wir reden immer über die Kontoführungsgebühr. Dabei können auch andere Kosten anfallen, die nicht zu vernachlässigen sind. Insbesondere sind das Kosten für Transaktionen wie Überweisungen oder Daueraufträge, aber auch Zinsen für den Dispositionskredit. Seltener müssen wir Gebühren für die Ausstellung von Ersatzkarten oder Auslandsgebühren bezahlen.

Kontoführungsgebühr

Bei der Kontoführungsgebühr handelt es sich für mich um die ärgerlichste Gebühr. Nicht, weil sie unbedingt die höchste ist. Sondern weil ich auf sie wenig Einfluss habe. Gebühren für Überweisungen beeinflusse ich durch die Anzahl der Überweisungen. Und meine Dispozinsen dadurch, wie weit ich in den Dispo gehe. Die Kontoführungsgebühr aber ist da. Immer.

Den Gedanken, warum es Kontoführungsgebühren gibt, kann ich aber nachvollziehen. Denn schon alleine die Bereitstellung einer Filiale, des Personals oder eines Geldautomaten verursacht Kosten. Und das schon bevor auch nur ein Cent auf dem Konto liegt. Diese Kosten werden durch die Kontoführungsgebühr gedeckt. Aber handelt es sich hierbei um das Geschäftsmodel einer Bank? Nein! Denn Banken verdienen ihr Geld dadurch, dass sie sich Geld günstig leihen und teuer verleihen. Beispiel DKB am 22.07.2019: einem Habenzins von 0,2% auf der VISA-Karte steht ein Kreditzins von 3,49% gegenüber.

Transaktionsgebühren

Bevor ein neues Konto eröffnet wird, sollte man nachsehen, ob Gebühren für Überweisungen, Daueraufträge und Bargeldabhebungen erhoben werden. Diese findet man nur im Preis- und Leistungsverzeichnis der jeweiligen Bank. Für die Ausgabe in Vergleichsrechnern sind die Angaben zu umfangreich. Was aber auch in den Vergleichsrechnern ausgegeben wird, sind die Kosten für Karten und für Bargeldbeschaffung. Diese sollten wie auch die Kontoführungsgebühr kostenfrei sein.

Bei der genaueren Prüfung sollte man dann nicht zu penibel sein. Transaktionen in Fremdwährung kosten eigentlich immer etwas und auch für die Ausführung einer Order für Wertpapiere kann zehn Euro kosten.

Dispositionszinsen

Ebenfalls im Vergleichsrechner zu finden sind die Zinsen für einen Dispositionskredit. Die sind wichtig, wenn man von Zeit zu Zeit mal ins Minus rutscht. Ein paar Euro zum Monatsende fallen kaum ins Gewicht, aber wer dauerhaft im Minus ist, kann auch schon mal auf 50 Euro Zinsen im Monat kommen.

Erstaunlicherweise ist es nicht so, dass die kostenfreien Banken hier ihr Geld verdienen oder die Banken mit Kontoführungsgebühr besonders günstige Zinsen haben. Günstige Banken sind überall günstig. Teure Banken sind überall teuer.

Sonstige Kosten

Wer ein Preis- und Leistungsverzeichnis aufschlägt, findet unzählige Posten für die man Geld bezahlen kann. Die meisten davon sind für Otto-Normal-Verbraucher wie uns uninteressant. Ein Blick lohnt sich trotzdem. Zum Beispiel beim Thema Kreditkarte. Wird eine kostenfreie Kreditkarte angeboten? Warum nicht. Oft unterscheiden sich auch die gebühren für Bargeldbeschaffung oder Bargeldloses Bezahlen in Deutschland, Europa oder der Welt. Dann kann man durch cleveren Einsatz der Karten gebühren sparen.

Bankempfehlung ohne Kontoführungsgebühr

Ich bin seit Jahren bei der DKB. Der Grund war damals klar: keine Kontoführungsgebühren. Auch heute noch fühle ich mich hier super aufgehoben. Denn auch die Leistungen drum rum sind stimmig. Keine Transaktionsgebühren, kostenlose Visa Karte, niedrige Zinssätze sowohl für den Dispo als auch für den Ratenkredit. Und auf dem Visa-Tagesgeldkonto gibt es sogar noch Zinsen. Mit 0,2% mehr als bei den meisten anderen.

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