Geld sparen durch Bescheidenheit

Letzte Aktualisierung am 4. Juni 2019

Jedes Leben hat seine Hochs und Tiefs. Geld sparen gehört in beiden Phasen dazu. In ersterer müssen wir sparen, in letzterer können wir. Meistens verbinden wir sparen aber mit Einschränkungen die wir eigentlich nicht eingehen wollen. Dabei gibt es viele Möglichkeiten Geld zu sparen ohne auf vieles verzichten zu müssen. Oft reicht es aus ein halbwegs bescheidenes Leben zu führen und die Ausgaben von Zeit zu Zeit auf den Prüfstand zu stellen.

Geld sparen aus Geiz oder falscher Bescheidenheit

Bescheidenheit ist eine Tugend die uns wohl mit einer unglaublichen Leichtigkeit durchs Leben gehen lassen könnte. Aber nur die wenigsten Menschen sind wirklich bescheiden. Bescheiden leben bedeutet nicht zwangsläufig auch bescheiden zu sein. Echte Bescheidenheit ist eine Lebenseinstellung. Absolute Freiheit von materiellen Dingen und der Verzicht auf die vielen Versuchungen unserer Konsumgesellschaft. Echte Bescheidenheit hat keine Hintergedanken.

Diese Hintergedanken hat aber wohl jeder. Hintergedanken wie “wenn ich bescheiden lebe bleibt mehr über” oder “es reicht nicht, um nicht bescheiden zu leben”. Mit solchen Hintergedanken ist man von der Tugend weit entfernt und wer sich jetzt einredet bescheiden zu sein, sollte lieber von falscher Bescheidenheit reden.

Während die ehr positiv behaftete Bescheidenheit mit einer gesunden Sparsamkeit einher geht, handelt es sich beim ehr negativ behafteten Geiz um eine übertriebene Sparsamkeit. Also keine Sparsamkeit aus Tugend oder der Not heraus, sondern einfach des Sparen wegen. Aus welchen Gründen auch immer man sparen möchte, bei der Unmenge an Ausgaben die wir heute haben finden wir auch eine Unmenge an Stellschrauben die sich in Summe gut summieren können.

Clever Heizen und Betriebskosten zurück bekommen

Kaum irgendwo haben wir so viel Einsparpotential wie bei der Heizung. Oftmals wird das Sparen an der Heizung mit einem Verlust von Komfort in Verbindung gebracht und daher nicht in Angriff genommen. Im Gegensatz zu anderen Internet-Seiten, die die Einsparung von Heizkosten ohne Komfortverluste versprechen, streite ich das nicht ab. Heizkosten sparen heißt immer eine Verringerung der Raumtemperatur. Und das bedeutet fast immer einen Komfortverlust.

Außerdem zeigt sich hier die Einsparung nicht unmittelbar sondern erst auf der nächsten Nebenkostenabrechnung. Bis die da ist, hat der Energieversoger möglicherweise schon die Preise erhöht und die Einsparung ist nicht mehr erkennbar.

Bei den Heizkosten kann man am meisten Geld sparen, wenn man bereit ist in Smart Home zu investieren oder auch mal in eine kühlere Wohnung nach Hause zu kommen. Clever Lüften tuen wir ja schließlich eh alle schon.

Wasser sparen mit ganz einfachen Tricks

Beim Wasser gibt es nicht nur mehrere Ansätze die man verfolgen kann, sie schneiden auch nicht so drastisch in den eigenen Komfort ein. Beim Wasser kann man also schon einiges an Geld sparen, ohne dass man es groß merkt. Klar könnte ich jetzt aufführen, dass ihr besser duschen solltet als zu baden. Aber wer badet schon jeden Tag? Und wenn man gerne badet, kann man sich den kleinen Luxus noch gönnen.

Neben dem Verbrauch von Elektrogroßgeräten ist beim Wasser sparen vor allem eins interessant: Die Toilettenspülung. Klassischerweise laufen hier je Spülgang neun Liter Wasser durch. Bei einem neueren Sparspülkasten sind es immer noch sechs Liter. Klingt nicht viel aber rechnen wir mal hoch. Mit zehn Spülgängen pro Person und Tag. Dann sind es bis zu 90 Liter Wasser pro Person und Tag. Bei einem vierköpfigen Haushalt also 360 Liter pro Tag. Das sind schon 0,36 m³. Das sind 131,4 m³ pro Jahr. Das klingt schon nicht mehr so wenig. Vor allem wenn man bedenkt, dass man durch betätigen der Spar- / Stopptaste den Durchfluss auf bis zu drei Liter reduzieren kann. Eine Einsparung von 87,6 m³.

Wo man heute noch Strom sparen kann

Strom ist heutzutage ja ein Reizthema. Am besten sollen alle Kohle- und Atomkraftwerke sofort abgeschaltet werden. Das geht natürlich nicht, da der Stromverbrauch ständig steigt. Und das, obwohl alle Geräte immer sparsamer werden.

Meine klugen Tipps zum möglichst Strom sparendem Waschen, der Effizienz von Leuchtmitteln und dem ach so bösem Standbybetrieb möchte ich euch nicht vorenthalten. Darauf werde ich in einem weiterführenden Beitrag sicher eingehen. Hier möchte ich vorerst nur eins an den Pranger stellen: Unsere Einstellung.

Heute reicht uns nicht ein Fernseher im Wohnzimmer. Es muss mindestens auch noch einer im Schlafzimmer stehen. Wenn nicht sogar auch noch in der Küche. Das Signal kommt nicht mehr aus der Kabeldose oder der Antenne. Es muss erst noch durch einen Receiver der das Fernseherlebnis auf eine ultimative Ebene hebt. In jeder Steckdose hängt ein Netzteil für Handy, IPod, Tablet und elektrischen Zahnbürsten. Und E-Bikes! Eine Nespresso-Maschine auf dem Nachttisch wäre noch cool damit man morgens nicht schon vor dem ersten Kaffee in die Küche laufen muss.

Beim Thema Strom sparen trifft der Titel des Beitrages wie die Faust aufs Auge. Denkt mal drüber nach, ob nicht einfach ein bisschen Bescheidenheit sinnvoll wäre.

Verträge optimieren um Geld zu sparen

Richtig viel Geld steckt auch in Verträgen aller Art. Wir bilden uns ein immer das neuste Handy zu brauchen. Am besten mit unendlich viel Datenvolumen in Festnetzgeschwindigkeit. Wir bilden uns ein das schärfste Fernsehprogramm zu brauchen. Am besten noch bevor es alle anderen sehen können. Und das wichtigste: Wir müssen alle Fußballspiele gleichzeitig sehen können.

Tut mir einen Gefallen, rechnet mal hoch. Setzt euch hin und schreibt euch auf welche Verträge ihr alle so habt. Dann schreibt daneben wie viel ihr für jeden einzelnen Vertrag bezahlt. Und dann rechnet alles zusammen.

Jeder gibt sein Geld woanders aus. Der eine liebt Sport, soll er seinen DAZN Account haben. Der Andere liebt Katzenvideos auf YouTube, soll er seinen schnellen Internet Tarif haben. Aber muss wirklich alles sein? Nur weil es geht? Überlegt euch genau was ihr wollt und was ihr braucht. Alles andere wird gekündigt!

Geld sparen im Alltag

Der Alltag. Unendliche Weiten. Und unendlich viele Gelegenheiten Geld auszugeben. Vom zusätzlichen Schokoriegel an der Supermarktkasse bis hin zum Familienurlaub in Thailand. Damit verbunden sind aber auch unendlich viele Möglichkeiten Geld zu sparen. Der Schokoriegel wird den Kohl nicht fett machen, die Schachtel Zigaretten vielleicht schon. Ok. Kein Raucher wird mit dem Rauchen aufhören nur weil ich hier schreibe, dass es teuer ist. Die Rechnung sollte jeder schon selber einmal durch haben. Aber werft doch mal einen Blick in euren Einkaufswagen. Ist das all das, was auf der Einkaufliste steht? Einkaufsliste!? Ja, Einkaufsliste. Die schreibt man vor dem Einkaufen damit man im Supermarkt weiß was man braucht. Was da nicht drauf steht, braucht man auch nicht. Funktioniert ganz einfach.

Und auch sonst gibt es im Alltag gefühlt 1000 Dinge die man hinterfragen kann. Muss ich in der Kantine essen oder kann ich selber kochen? Wie viel Ballast liegt in meinem Auto? Kann ich mein Brot selber backen? Gibt es hier keinen Hotspot? Das Gefühl dafür wie viel Geld man unbewusst ausgibt kommt manchmal von ganz alleine. Oft, wenn die Familie wächst. So wie bei Andreas.

Auf ein paar tolle Ideen werde ich bestimmt noch mal eingehen. Fürs erste gibt es von mir nur einen Tipp: Einfach mal drüber nachdenken!

Alle Möglichkeiten kombinieren

Abschließend kann man sagen, dass es eine Unmenge an Möglichkeiten gibt Geld zu sparen. Kleine wie auch große. Den größten Effekt hat man sicherlich, wenn man alle Möglichkeiten kombiniert. Aber das wäre vermutlich mit einem Verzicht auf Alles gleichzusetzten.

Stattdessen kann man die Möglichkeiten Priorisieren. Frei nach Pareto würden 20% der “Rechnungen” für 80% der Ausgaben verantwortlich sein. An genau diesen 20% ist eine Optimierung am sinnvollsten. Priorisieren kann man aber auch für sich selber. Wenn mir mein Auto wichtig ist, spare ich halt am Essen. Oder anders herum. Spart an dem was euch am unwichtigsten ist.

Ansonsten kann man immer mal im Hinterkopf behalten: Kleinvieh macht auch Mist!

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